Unterstützte Kommunikation

 

1.Was ist Unterstütze Kommunikation

2.Unterstützte Kommunikation an der Bischof-Wittmann-Schule

 

1.Was ist Unterstützte Kommunikation:

Unterstützte Kommunikation steht (seit 1992) als Oberbegriff für alle pädagogischen bzw. therapeutischen Maßnahmen, die eine Erweiterung der kommunikativen Möglichkeiten bei Menschen ohne Lautsprache bezwecken (Kristen 1997).
 

Wenn ein Kind nicht läuft, und es das Laufen aufgrund einer Behinderung nicht oder nur unzureichend erlernen kann, wird man nach Alternativen (wie z.B. einem Rollstuhl) suchen, die ihm möglichst viel Mobilität und Selbständigkeit geben.
 

Mit Unterstützter Kommunikation ist es ganz ähnlich: Kann ein Kind nicht oder nur unzureichend sprechen lernen, bietet man ihm Alternativen oder Ergänzungen zur eigenen Lautsprache an, um trotzdem möglichst gut kommunizieren zu können. Und das ist wichtig, denn Kommunikation ist nicht nur ein Grundbedürfnis, von ihr hängt in hohem Maße ab, wie selbstbestimmt und sozial das Leben eines Menschen verläuft.

Vor allem geistig behinderten Menschen spricht man oftmals das Bedürfnis sich mitzuteilen ab – wer nicht sprechen kann, hat nichts zu sagen!? Wenn das so wäre, würde manches Kind aber nicht schreien, wenn es nicht verstanden wird. Es würde nicht lachen, wenn es das bekommt, was es möchte und beim Falschen nicht weinen. Es würde nicht aufgeregt lautierend am Fenster stehen, wenn es draußen das erste Mal schneit.
 

Mögliche Alternativen zur eigenen Lautsprache, die man unter dem Begriff Unterstützte Kommunikation zusammenfasst, reichen von einfachen Gesten, Bildern, graphischen Symbolen oder Tasterspielzeugen bis hin zu Gebärden oder technischen Kommunikationshilfen mit künstlicher Sprachausgabe.

Aus: „Jetzt sag ich’s dir auf meine Weise!“ von Kitzinger, Kristen, Leber

 

  Wer braucht Unterstützte Kommunikation?
 

Das sind Menschen mit vorübergehenden oder dauerhaften Einschränkungen in der Lautsprache, d.h. sie können sich über die Lautsprache

  •  noch nicht (z.B. in der SVE (Schulvorbereitende Einrichtung))

  • nicht mehr (z.B. nach Unfall, Schlaganfall)

  • oder nur schwer (z.B. Autisten, Down Syndrom, Cerebralparese, geistige Behinderung, Muskeldystrophie …)

verständlich machen/ kommunizieren.

 

Welche Kommunikationsformen gibt es:
 

 

Totale Kommunikation (auch multimodale Kommunikation genannt), bedeutet, dass alle Ausdrucksmöglichkeiten eines Menschen miteinander verbunden werden. D.h. zum Beispiel: Ein Kind kommuniziert mit seiner Mimik, mit Gebärden und dem eigenen Go Talk, der mit Bildsymbolen bestückt ist.

  

2.Unterstützte Kommunikation an der Bischof-Wittmann-Schule:

Der verstärkte Einsatz von Unterstützter Kommunikation an der Bischof-Wittmann-Schule begann Mitte der 90-iger Jahre. Zahlreiche Fortbildungen wurden von Therapeuten und Lehrern besucht. Daraufhin wurden erste Kommunikationsgeräte angeschafft und in Gruppen- und Einzeltherapien eingesetzt.

Eine hausinterne Fortbildung für alle Mitarbeiter der Einrichtung schaffte die Grundlage dafür, dass die Unterstützte Kommunikation nicht nur in der Therapie sondern in der gesamten Schule und Tagesstätte Einzug hielt.

Dies war für viele Mitarbeiter Anlass dafür, sich weiter zu informieren, u.a. bei der ELECOK-Beratungsstelle und bei Fortbildungen von ISSAC (Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V.).

Weiterhin wurde ein hausinterner Arbeitskreis „Unterstützte Kommunikation“ von Frau Weiser (Logopädin), Frau Bauch (Ergotherapeutin) und Frau Weigert (Physiotherapeutin) ins Leben gerufen. Inhalt des Arbeitskreises ist es u.a. den vielseitigen Einsatz der elektrischen Kommunikationsgeräte vorzustellen. Es wurde eine Gebärdensammlung angelegt, damit im ganzen Haus einheitliche Gebärden verwendet werden. Der Einsatz und die Handhabung von Kommunikationstafeln, -mappen und Mitteilungsordnern wurden erläutert.

Die inzwischen im Haus installierte Software „Boardmaker“ half dabei, das gesamte Schulhaus mit einheitlichen Bildern/ Symbolen zu beschildern (von der Toilette über Therapieräume bis hin zum Schwimmbad). An jeder Klassentür befinden sich eben diese Bilder zum Aufzeigen, wo sich die Klasse derzeit befindet, ebenso sind die für Stundenpläne verwendeten Symbole in der gesamten Schule und Tagesstätte einheitlich.

Eine weitere Aufgabe des Arbeitskreises „Unterstützte Kommunikation“ ist es bei speziellen Fragestellungen bezüglich eines Kindes/ Schülers den Mitarbeitern der Klasse/ SVE-Gruppe mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die hausinterne Gebärdensammlung wird kontinuierlich erweitert. Bei Bedarf werden neue elektrische Kommunikationshilfen angeschafft entweder zum allgemeinen Gebrauch in der Einrichtung (deren Finanzierung gelingt uns nur über Spenden und der großzügigen Unterstützung unseres Elternbeirates) oder direkt für ein Kind über dessen Krankenkasse.

 

 

 

zeigt Ihnen jetzt einige praktische Beispiele von Unterstützter Kommunikation:

Elektronische Kommunikationsmittel:

Uk-Kochen
 

 
Wir begrüßen uns mit dem Big Mack

 
leckeren Jogurt in die Küchenmaschine schütten

 
mit dem Powerlink und Taster kann ich die Küchenmaschine an- und ausschalten

 
Mmh, schmeckt prima!

 

 
Ich begrüße meine Freunde mit dem Go Talk

 
Mit dem Taster kann ich viele bunte Lichter anmachen

 
Ich erzähle mit dem Go Talk, was ich gestern noch alles gemacht habe

 
Mit dem großen Step by Step Aufträge geben

 
Das ist lustig! Das Huhn tanzt, wann ich es will.

 
Armin gibt das Kommando mit dem kleinen Step by Step: Bitte massieren - fester - oh, das tut gut - Stop

 
Das Paletto macht viele verschiedene Geräusche - bei jedem bunten Punkt ein anderes

 
Kamala und Armin spitzen mit einem elektrischen Spitzer die Stifte für die ganze Klasse

 
Der Computer spricht, wenn ich den Bildschirm berühre

 
Mit dem Huhn macht Psychomotorik doppelt Spaß

Mappen und Tafeln
 

 
Dieser Ablauf des Händewaschens hängt in jeder Toilette

 
So schauen unsere Klettmitteilungsmappen für die ganze Woche aus

 
... und so ein Tag

 
Thementafel Kochen hilft beim gemeinsamen Spiel
... und auch vom Puppenhaus kann ich erzählen
   

 

Hausinterne Beschilderung und Stundenpläne
 

Wo ist die Klasse

 

Computerraum

Wo ist Frau Bauch

 

Wo ist Frau Weigert

Stundenplan

 

UK-Schrank

Speisesaal

 

Pausenhof

Lehrerzimmer

 

Cafe Titanic

Snoezelenraum
 

Werkraum

 

 

 

Turnhalle

 

Bewegungsraum/Ergotherapie

 Amely Stoll (Ergotherapeutin), Silvia Weigert (Physiotherapeutin), Januar 2008