Inklusion

Teilnahme

Ein Mensch mit allen Rechten
"Der Mensch mit Behinderung ist personales Subjekt mit allen Rechten einer Person. Darum muss ihm die Teilnahme am Leben der Gesellschaft in allen Bereichen und auf allen mit seinen Fähigkeiten erreichbaren Stufen ermöglicht werden."
Papst Johannes Paul II.

Teilnahme und Teilhabe, zwei bedeutungsähnliche Bezeichnungen für den weltumspannenden Begriff Inklusion sind an der Bischof-Wittmann-Schule ein oberstes Bildungsziel für die Partnerklassen an den Grundschulen und weiterführenden Schulen sowie gleichermaßen für die Klassen im Stammhaus. Diesem Auftrag der Völkergemeinschaft fühlen wir uns tagtäglich verpflichtet. Ohne die an Förderzentren mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Bayern gegebene Multiprofessionalität an heilpädagogischen Berufen ist schulische Inklusion in unserem Schulverbundsystem auf nicht absehbare Sicht nicht zu verantworten.

Bildung
Mehr als Wissensvermittlung
Inklusive Bildung bedeutet, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen. Das gemeinsame Lernen ist wichtig für die Teilhabe aller am Leben der Gesellschaft: Es legt den Grundstein für ein Zusammenleben ohne Begegnungsängste (Deutscher Caritasverband: Selbstbestimmte Teilhabe, 2011, S. 6).

Inklusion durch Kooperation
oder
die Vielfalt der sonderpädagogischen Förderung

Auf der Grundlage von Artikel 30 des Gesetzes über das Bayerische Erziehungs- und Unterrichtswesen ist gemeinsames Lernen für alle Schulen eine verpflichtende Aufgabe.....
Die Schule hat daher die einmalige Chance und die besondere Pflicht, einen wirkungsvollen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration von Menschen mit Behinderung zu leisten….
Gemeinsames Lernen kann Schülerinnen und Schüler mit und ohne Beeinträchtigungen zu einem vorurteilsfreien miteinander Leben befähigen. Die sich entwickelnden positiven Einstellungen verbessern langfristig die Integrationsmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen
(Lehrplan für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, 2003, S. 28)

 

Gemeinsames Lernen durch Kooperation:

Eine Klasse der Förderschule (FzgE) und eine Klasse eine anderen Schulart begegnen sich in regelmäßigen Abständen und gestalten gemeinsam Unterricht und Schulleben.
(LP, S. 23)

 

Mobile sonderpädagogische Dienste (MSD):

Die MSD sind ein ambulantes Angebot der Förderschulen für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an allgemeinen Schulen bzw. an einer anderen Förderschule.
Sie haben eine entscheidende Funktion bei der Einzelintegration von Schülern mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf.

      MSD:

  • diagnostizieren und fördern Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf,
  • beraten Lehrkräfte und Eltern,
  • koordinieren die sonderpädagogische Förderung,
  • führen Fortbildungen für Lehrkräfte durch.

Gemeinsames Lernen in Partnerklassen:

Die Bischof-Wittmann-Schule hat derzeit 6 Partnerklassen (Stand September 2012) an folgenden Schulen:

  • Grundschule Hainsacker
    Die Grundschule in Hainsacker begann in der 1. Klasse mit 39 Schülerinnen und Schülern. Insgesamt werden in diesem Jahr 167 Kinder unterrichtet. Auch hier gibt es eine Besonderheit: Die Bischof-Wittmann-Schule hat auch im Grundschulbereich um die Unterbringung einer Partnerklasse gebeten. Dies erfolgte nunmehr in Hainsacker. Hier werden acht Schülerinnen und Schüler unterrichtet, die ganz eng mit einer 1. Klasse zusammenarbeiten. Außerdem erfolgt auch in der Nachmittagsbetreuung eine Kooperation mit dem Hort Hainsacker. (Lappersdorfer Mitteilungsblatt 11/2012, S.4)

  • Mittelschule Lappersdorf (2 Klassen)
    Die Mittelschule Lappersdorf hat 124 Kinder und Jugendliche in sechs Klassen, die fünfte Klasse begann zweizügig mit 35 Schülerinnen und Schülern. Hervorzuheben  ist, dass nunmehr drei Partner Klassen der Bischof-Wittmann-Schule im Mittelschulgebäude Lappersdorf untergebracht sind, die mit den Schülern der Mittelschule im Rahmen der Inklusion in verschiedenen Bereichen kooperieren. Hier sind insgesamt 27 Schüler im Schulhaus.
    (Lappersdorfer Mitteilungsblatt 11/2012, S. 4f)

  • Mittelschule Undorf

  • Mittelschule Pestalozzi

  • Staatliches Berufliches Schulzentrum Plattlinger Straße

Alle bestehenden Partnerklassen haben gemeinsam, dass Schüler der Bischof-Wittmann-Schule an einer allgemeinen Schule unterrichtet werden. Der Unterrichtsalltag ist jedoch in keiner der Partnerklassen gleich, da die Zusammenarbeit von vielen Faktoren bestimmt wird, z.B. von

  • der Zusammenarbeit von Lehrkräften

  • der Zusammenarbeit im Kollegium der allgemeinen Schule

  • den räumlichen Bedingungen (z. B. ob Klassenzimmer mit einer Verbindungstür vorhanden ist)

  • der Schülerzahl

  • und natürlich von den jeweiligen Schülern.
     

Ziel ist es, den Schülern mit Behinderung und den Schülern ohne Behinderung möglichst viel gemeinsamen Unterricht und die Teilnahme an Schulleben und Schulkultur zu ermöglichen.

Der verbindliche Lehrplan ist dabei der Lehrplan der allgemeinen Schule, an dem sich auch der Sonderschullehrer orientiert. Natürlich behält der Lehrplan für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung seine Gültigkeit, um den Lernbedürfnissen der Schüler mit Behinderung gerecht zu werden. Bei der Bearbeitung eines Themas ist es nicht zwingend erforderlich, dass alle Schüler dieselben Aufgaben bewältigen. Vielmehr gibt es zu einem Thema immer unterschiedliche Herangehensweisen, von denen alle Schüler profitieren können.

Zwei Sozialpflegeklassen des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Regensburger Land befinden sich als Partnerklassen „in Gegenrichtung“ an der Bischof Wittmann Schule.

  Gemeinsames Lernen in einer Tandemklasse der Konradgrundschule

(in Arbeit)