Polen 2008 - MEIN FERIENTAGEBUCH

 

Freitag, 16 Mai

Wir trafen uns alle um 10.00 Uhr am Regensburger Bahnhof.

Die Aufregung war groß und von Anfang an waren wir wort-wörtlich dem Pech auf der Spur.

Zuerst hatte unser Zug 25 Minuten Verspätung. Dann erwischten wir unseren Anschlussbus nicht und den größten Schreck erlebten wir auf dem Flughafen. Andreas konnte seinen Ausweis nicht mehr finden und ohne den konnten wir nicht mehr fliegen. Dank der Polizei und unseren tränenreichen Bitten bekam Andreas einen vorläufigen Ausweis, aber unser Flugzeug sollte in 5 Minuten abfliegen. Wir rannten um unser Leben. Das Personal war aber sehr freundlich und lies den Flieger auf unsere Gruppe warten.

Raya war die Einzige, die die ganze Zeit optimistisch blieb und immer sagte: „Leute, wir schaffen das!“

Der Flug war super und wir hofften schon dem Pech davon geflogen zu sein, leider vergeblich. In Danzig holte es uns wieder ein. Andreas Koffer war nicht bei dem Gepäck dabei und schließlich mussten wir noch 20 Minuten auf den Transferbus warten. Während der Fahrt nach Jantar genossen wir die wunderschöne Landschaft und plötzlich war das Pech weg. Auf uns warteten: ein gemütliches Haus, eine leckere Pizza und ein weiches Bett.

 

Samstag, 17 Mai

Gleich in der Früh gingen die starken Männer mit Frau Kostka einkaufen. Der Kauf von Lebensmitteln wurde vom polnischem Unterricht begleitet. So konnten die Jungs gleich „Guten Tag“ auf polnischDzien dobry“ sagen.

Nach einem leckeren Frühstück und nachdem wir eine unendliche Düne mit dem Rollstuhl erklommen hatten, sahen viele von uns das erste Mal das Meer. Wir waren so begeistert, dass wir stundenlang am Strand spazieren gingen. Dabei ließen wir Drachen steigen, sammelten Muscheln und genossen den weichen Sand unter unseren nackten Füßen

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Fast verhungert kamen wir in der Ortschaft Stegna an (ca. 6 km entfernt von Jantar) und fanden endlich ein Restaurant, wo wir Schnitzel mit Pommes, Rohkostsalat und Pierogi aßen.

Leider fuhr von dort kein Bus nach Jantar und wir liefen noch 30 Minuten in das Zentrum des Ortes. Eines muss man den Polen lassen, sie sind sehr freundlich und offenherzig. Ein Busfahrer, der schon Feierabend hatte, hielt an und fuhr unsere erschöpfte Gruppe nach Jantar zurück, bis vor die Türe unseres Hauses. Wir waren ihm sehr dankbar. Heute ist auch Andreas` Koffer gekommen. Zum Abend aßen wir im Pavillon Wurstsemmeln und sprachen über unsere Erlebnisse. 

 

 

Sonntag, 18 Mai

Für Heute war eine Schifffahrt eingeplant, deswegen mussten wir schon früh aufstehen. Gleich nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Stadtbus nach Danzig. Die Stadt ist wunderschön und die vielen historischen Gebäude ziehen Massen von Touristen an.

 

Wir stiegen um 13,10 Uhr in ein Schiff ein, welches uns auf die Halbinsel Hel fuhr. Dabei fuhren wir an der Danziger Werft und dem Hafen entlang und alles, was wir sahen war faszinierend. Nach zwei Stunden sind wir im kleinen Hafen von Hel angekommen. Wegen Zeitmangel sahen wir uns nicht viel an und mussten auf einen Besuch bei den Seehunden verzichten. Wir fanden ein kleines Gasthaus, in dem wir gut essen konnten. Dieses Restaurant war sehr interessant eingerichtet. Überall hingen alte Gegenstände und die Wände zierten goldgerahmte Seemannsbilder.

Um 17.00 Uhr traten wir den Rückweg an. Es wurde immer windiger und die Schifffahrt wurde zu einem kleinen Abendteuer. Die Wellen  schaukelten uns kräftig durch, was vielen von uns viel Spaß machte. Das Gehen war fast unmöglich und einigen Passagieren war dabei ziemlich schlecht.

Im Kurort Sopot stiegen wir aus und gingen durch die schönen Straßen zum Schnellzugbahnhof. Wir mussten auf den Schnellzug nach Danzig warten und natürlich verpassten wir den Anschlussbus nach Jantar. Aber das machte ja nichts. Wir holten uns eine Stärkung bei Mc Donald`s und setzten uns an die Bushaltestelle.

Weil in Polen im Verkehr oft Chaos herrscht, kam plötzlich ein Bus, der gar nicht auf dem Plan stand. Wir waren sehr froh, dass wir endlich nach Hause fahren konnten. Beim Aussteigen entschuldigte sich der Fahrer, dass er heute so viel Verspätung hatte. Es stellte sich raus, dass der Bus, den wir glaubten verpasst zu haben, eine Stunde Verspätung hatte. Der tolle Tag ging zu Ende, aber bestimmt waren viele von uns in den Träumen auf dem weiten Meer.

 

 

Montag, 19 Mai

Heute wollten wir den Tag mal etwas ruhiger angehen und uns einmal die Ortschaft Jantar richtig ansehen. Also schliefen wir uns richtig aus (sogar die Frühaufsteher) und genossen ein leckeres Frühstück mit Croissants, Semmeln, Früchtetee, süßem Gebäck und lauter anderen guten Dingen. Dann schrieben wir das Ferientagebuch und malten Bilder dazu. Gegen Mittag verließen wir unser Ferienhaus und begaben uns auf „Entdeckungsjagd“. Naja, allzu viel konnte man in unserem Dorf nicht finden, aber wir fanden heraus, dass es hier ein Kurhaus „Neptun“ gibt, inklusive Schwimmbad etc. Fr. Kostka fragte an, ob man hier für den nächsten Tag Mittagessen bestehlen könnte und zum Schwimmen gehen dürfte. Es klappte und wir verabredeten uns für morgen.

Dann gingen wir weiter Richtung Strand. Dort befanden sich viele Läden mit Badezubehör, Sandspielsachen, Schmuck, Souvenirs und allen möglichen Schnick - Schnack. Auch Strandbars gab es hier und wir setzten uns in eine von ihnen. Das Essen war wirklich lecker und noch dazu billig. Danach gingen wir an den Strand, blieben jedoch wegen dem kalten Wind nur kurz. Kevin, Christian und Andreas B. kauften sich auf den Rückweg Sonnenbrillen. Auf dem Rückweg kauften wir Lebensmittel ein und zuhause kochten wir Nudeln mit Tomatensoße.

Danach waren Spiele im Garten angesagt: graben im Sandkasten, schaukeln, Drachen steigen lassen, Volleyball.

 

Nach dem Duschen quatschten wir noch ein wenig und gegen neun Uhr waren schon alle im Bett.

 

Dienstag, 20 Mai

Heute hatten wir endlich Zeit unsere Postkarten zu schreiben und zu verschicken. Die Sonne schien uns auf den Rücken und wir relaxten im Garten. Schade, dass es so windig war, sonst wäre es nämlich ziemlich warm gewesen. Um halb zwei Uhr machten wir uns auf den Weg ins Kurhaus, wo uns das Mittagessen erwartete. Es gab ein richtig polnisches Essen: Blumenkohlsuppe, Gulasch mit Buchweizengrütze, Rohkostsalat (verschiedene Sorten) und Salzgurke. Als Nachtisch gab es Krapfen. Gut gestärkt gingen wir zum Schwimmen.

Das Schwimmbad war nicht allzu groß aber das tolle daran war, dass am Beckenrand ein Whirlpool stand, der mit Salzwasser gefüllt war und uns den Rücken massierte.

Todmüde gingen wir gegen 18.30 Uhr nach Hause. Unterwegs kauften wir uns Süßigkeiten, alle sehnten sich danach.

Aber noch war der Tag nicht vorbei. Unsere Vermieter, die einen kleinen Sohn Oleg haben, grillten für uns polnische Würstchen und Brotscheiben. Wir aßen gemeinsam im Pavillon, hmmm…waren die lecker. Als Nachspeise gönnten wir uns saftige Erdbeeren, frisch vom Feld. Heute mussten wir früh ins Bett gehen, weil morgen ein besonders anstrengender Tag vor uns stand.

 

 

Mittwoch, 21 Mai

Nach dem Motto „Morgenstund hat Gold im Mund“ standen wir bereits kurz nach sechs Uhr auf. Das Frühstück fiel heut aus. Es gab nur heißen Tee und Bananen. Jeder bekam aber ein Lunchpaket für unterwegs in den Rucksack. Das Wichtigste für uns war heute unser Aussehen. Schließlich fuhren wir ins Theater. Die Mädls zogen sich schicke Röcke an und durften dezent geschminkt werden. Auch unsere Jungs suchten sich passende Klamotten heraus. Um 7.30 Uhr gingen wir los. Wir fuhren mit dem Bus nach Danzig und stiegen anschließend in die Straßenbahn um, welche uns vor der „Baltische -Oper“ absetzte. Wir schauten uns ein Ballett „4&4“ an, das heute für Schulklassen aufgeführt wurde. Die getanzten „Vier Jahreszeiten“ und die Musik von Vivaldi waren für uns alle ein einmaliges Erlebnis.  Jedoch erlebte unser Matthias diese Vorstellung am stärksten.

 

 

Seelisch bereichert gingen wir danach in die Danziger Altstadt. Alles war sehr beeindruckend, vor allem der Neptunbrunnen, der als Wahrzeichen für Danzig steht, sowie die vielen alten Häuser. Wir setzten uns in ein hübsches Restaurant direkt neben dem Brunnen um Mittagessen zu essen. Während wir unsere Mägen füllten, begleitete uns ein Pianist mit berühmten Stücken, wie zum Beispiel „Yesterday“ von den Beatles. Jetzt ging es weiter. Wir besichtigen den Danziger Dom, wo sich viele historisch - bedeutende Gegenstände befinden. Eine uralte Sonnenuhr verzierte das Innere der Kirche. Die Kirchenorgel war überwältigend groß und wir bewunderten lange das Bild von Hans Memling aus dem Jahr 1472 „Das Jüngste Gericht“(eine Kopie). Das Original ist gut aufbewahrt. Besonders Raya interessierte sich für das Kunstwerk und stellte viele Fragen.

Danach gingen wir zu einer der schönsten Gassen Danzigs, die Marienstraße. Auf jeder Seite waren Stände mit wunderschönem Bernsteinschmuck. Natürlich sahen wir uns alles genau an. Wir alle kauften Schmuck für sich, Mamas und Freundinnen. Wir gingen noch bis zur Promenade an dem Fluss „Moltawa“. Morgen ist ein Feiertag deswegen kauften wir etwas ein und aßen in einer Bäckerei Eis, Kuchen und tranken heiße Schokolade. Zeit wieder nach Hause zu fahren. Diesmal kam der Bus sehr pünktlich. Die Eindrücke des Tages ließen wir während der Fahrt richtig auf uns wirken.

 

 

Donnerstag, 22 Mai

Wir begrüßten den neuen Tag und trennten uns nach dem Frühstück in zwei Gruppen. Matthias, Andreas M. (wegen Knieschmerzen) und Lisa machten sich zuhause einen gemütlichen Tag mit Fernsehen, Lesen, Nickerchen usw. Der Rest der Gruppe machte sich wieder auf den Weg zum Strand der nach Stegna führt.  Zuerst wurde aber die Kirche in Jantar besichtigt. Heute feierten die Christen „Fronleichnam“. Die Straßen waren festlich dekoriert und vor der Kirche stand noch ein Altar. In der Kirche beteten wir gemeinsam, was uns gut tat. Dann gingen wir ca. 10 km wandern. Wir genossen die Schönheit der Natur, die Geräusche des Meeres, die gute Luft und die Freihei, die wir spürten.

 

 

Auf dem Rückweg kauften die Jugendlichen noch ein paar Geschenke für die Eltern und glichen den Kalorieverlust mit Waffel mit Sahne und einem Eisbecher aus. Natürlich spielten sie auch das Lieblingsspiel „Puck-Tennis“.  Mit dem Bus kamen wir nach Jantar zurück. Am Abend gingen wir gemeinsam zum Pizzaessen.

Traurig guckten wir auf den Kalender, morgen ist der letzte Tag in Jantar.

 

 

Freitag, 23 Mai

Heute war es etwas wärmer. In der Früh erledigten wir die letzten Einkäufe. Dann packten wir die Strandsachen ein und die Tapferen packten sogar die Badehose/Badeanzug ein.

Am Strand war es sehr gemütlich: Mara tanzte mit dem Wind Ballett, die Jungs gruben und bauten, Jakob beschäftigte sich mit dem Drachen, Raya spielte mit Matthias, der im Wasser marschierte.

Aber der Höhepunkt des Tages war, als sich die vier Kühnen (Lisa, Andreas B. Kevin und Doris) in das kalte Meer trauten.  Sie hatten viele Zuschauer, besonders Doris, die so viel Spaß beim Wellenspringen hatte.

 

 

 

Es war Zeit Essen zu gehen. Alle verabschiedeten sich sehnsüchtig von dem Meer und beschlossen im nächsten Jahr wieder zu kommen.

 

Zuhause packten wir unsere Koffer und beim Abendessen machten wir eine Abschlussrunde. Die Vermieterin backte für uns einen Kuchen dazu. Kevin und Christian bekamen Preise (Blaue Delfine) für die Ordnung im Zimmer.

 

 

Samstag, 24 Mai

Bein Guten Morgen hörten wir häufig die Frage: “Müssen wir wirklich heim?“.  Leider schon, der Transferbus soll uns um 9.30 Uhr abholen und wir mussten noch frühstücken, Lunchpaket einpacken und die Zimmer sauber verlassen.

Am Schluss verabschiedeten wir uns von unseren Vermietern und bedankten uns mit einer großen Schachtel „Merci“, einem polnischen „Dankeschön“ (Dziekujemy) und wir versprachen wieder zu kommen.

Der Flug nach München war sehr angenehm. Der Stress erreichte uns in Freising, weil wir mit Fußballfans im Zug fahren mussten und keinen Platz hatten. In Regensburg merkten wir, dass es schön ist wieder zuhause zu sein.

  

Klasse 9

Barbara Kostka, Gertraud Bernhard, Lisa Konen